Vorgeschichte und Vereinsgründung

 

 

Um einen Sportverein, und in diesem Fall die Abteilung Fußball, ins Leben zu rufen, muß zunächst einmal ausreichend Interesse an dieser Sportart vorhanden sein oder gefördert werden. Interesse am Fußballsport gab es in Hülschotten auch schon zu früherer Zeit. Wir erinnern uns hierbei einiger Namen wie Richard Heseler sen., Günther Rüschenberg, Robert Baier, Franz Baier, Franz Heseler, Josef Selter, Willi Heseler, Alfons Schulte u.a..

 

Den Fußballsport auszuweiten – sowohl in der Vor- als auch noch in der Nachkriegszeit – haben, wie sicherlich mancherorts, insbesondere zwei Gründe stark behindert:

 

1. geeignete Sport- und Trainingsgelände und

2. geeignete Fahrmöglichkeiten für die Spieler.

 

Daß aber die seinerzeitige Fußballjugend/Erwachsene auch ohne „geeignete“ Sportgelände Spaß am Spiel mit dem runden Leder gehabt und behalten haben, zeigt die Begeisterung der Hülschotter Jugend auch vor der Sportveringründung.

 

Wie mager wären die sportliche Bilanz der heutigen „Alten Herren“ ohne die zahlreichen Duelle oder ganze Nachmittags – Fußballschlachten auf der Hülters oder Helfensteiner Wiese oder dem inzwischen legendären Heidfeld! Waren doch die Plätze insofern von besonderer Bedeutung, als neben der Technik der Ballbeherrschung insbesondere auch die Tücken des Spielfeldes zu beherrschen galt. Je nach Jahreszeit wurde dann mal besonderes Geschick abverlangt, mit den Unebenheiten des Bodens der Höhe des Grases, der Anzahl der Maulwurfshügel und/oder der Größe der Pfützen fertig zu werden.

 

Der technische Aufwand, den wir benötigten, Fußball spielen zu können, war bis in die 50er Jahre äußerst gering. Die Spielflächen hatten keine künstlichen Markierungen oder Begrenzungen, eingeengt waren Sie ohnehin meist durch Bachläufe, Hecken, Zäune etc.. Trikots hatten wir selbstverständlich noch nicht, so daß mit üblicher Kleidung- Unter- und Oberhemden – die Mannschaften sich unterschieden. Als Fußballschuhe diente alles Schuhwerk, was möglich schien. Besonders beliebt, aber auch gefürchtet, waren hohe Lederschuhe, deren Sohlen mit Nägeln (sogenannte „Plattköppe“) beschlagen waren und dadurch ziemlich standsicher wurden und als vordere Sohlenabschlußkante mit einem Profilblech stabilisiert waren.

 

Ab etwa Mitte der 50er Jahre wurde, meist auf Initiative von Alfons Schulte, öfter gegen Mannschaften der umliegenden Orte wie Landemert, Sange, Plettenberg-Grüne, Windhausen, Lichtringhausen, Ennest usw. gespielt. Je nach der zu erwartender Spielstärke des Gegners hatten wir uns verstärkt mit Spielern aus dem Bekannten- und Kollegenkreis.

 

Als Sportplatz für unsere Heimspiele fungierte ein Gelände auf dem Holzweg bei Ennest. Fußballerische Normen wie Spielfeld- und Torgrößen etc. waren auch hier nicht besonders gefragt. Achtenswert war die gleichmäßige Handicapverteilung auf beide Mannschaften.

 

Ein entscheidender Beitrag zur Aktivierung und Motivierung der Hülschotter für den Fußballsport – wie auch schon ein Schritt in Richtung auf die spätere Vereinsgründung – war die Stiftung zweier kompletter Trikot-Sätze für eine Senioren- und eine Jugendmannschaft durch den Gelsenkirchener Architekten Aloys Menze und dessen Ehefrau Margaritta im Jahre 1963.

 

Dieses Ehepaar, seit längerer Zeit mit Zweitwohnsitz in Hülschotten beheimat, hatte schon über Jahre die Fußballaktivitäten in Hülschotten wohlwollend beobachtet. Die neuen Trikots gaben sicher den gewünschten Anreiz auch für bis dahin weniger Aktive, beim Fußballsport mitzumachen und wesentlich mehr Fußballspiele gegen benachbarte Orte auszutragen.

Die zunehmende Fußballbegeisterung hatte auch im Nachbarort Landemert Fuß gefaßt und zur Vereinsgründung des TUS Landemert im Jahre 1966 geführt. Dieses blieb für Hülschotten, wie sich später herausstellte, nicht ohne Folgen, mit der Aufnahme der Meisterschaftsspiele in Landemert schlossen sich nach und nach sieben sportbegeisterte Hülschotter diesem Aktivenkreis an, welcher daraufhin zusätzlich eine Reservemannschaft anmeldete. Hiermit erwarb erstmals eine größere AnzahlHülschotter gemeinsam Spielpraxis in Meisterschaftsspielen.

 

Mit zunehmender Spielfreude wuchs auch die Begeisterung, einen eigenen Sportverein in Hülschotten zu gründen. Offen gesagt: die zur Verfügung stehende Spielerdecke war dünn; mit der noch jungen Erfahrung der in Landemert spielenden Hülschotter sowie einiger sportbegeisterter Auswärtiger war noch keine ausreichende Spielerdecke für eine Mannschaft vorhanden.

 

Doch hier setzte der Optimismus des späteren Vereinsgründers Aloys Menze sowie seine Überzeugungskraft eine Bewegung in Gang, die auch bisher weniger aktive Fußballfreunde mobilisierte. Wie wurden zahlenmäßig stärker und zuversichtlicher harrten wir der Dinge, die auf uns zukamen.

 

So ging es für viele Beteiligte dann doch sehr schnell, als im Herbst 1968 – mit zunächst einer harmlos als „Ausbau des Heidfeldes zum Bolz- und Sportplatz“ deklarierten Versammlung – der eigentliche Ansatz für die Gründung und die dann folgende Gründungsversammlung am 30. November 1968 geschaffen wurde. Wie sich später herausstellte. hatte Aloys Menze bereits unmittelbar nach der „Bolzplatzversammlung“ Kontakt auf Kreis- und Landesebene mit den zuständigen Stellen zwecks Vereinsgründung und den Regularien zur Aufnahme in den Verband aufgenommen.

 

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